Atmosphäre
Dichte ρ nimmt mit der Höhe ab. Für identisches Tempo sinkt damit der dynamische Druck.
Atmosphäre als Dynamik
K01 behandelte die Bahn als reine Kinematik. K02 fügt die physikalische Bedingung hinzu, die Marschflug grundsätzlich von einer idealisierten freien Bahn trennt: Die Atmosphäre erzeugt dynamischen Druck, Auftrieb und Widerstand. Stationärer Horizontalflug existiert nur, wenn diese Kräfte ein Gleichgewicht bilden.
Lernziel
Mit der Höhe ändern sich Temperatur, Druck und Dichte. Bei gegebenem Tempo verändert das den dynamischen Druck q; damit ändern sich der für Gewichtsausgleich nötige Auftriebsbeiwert und die beiden Widerstandsanteile. Das Kapitel isoliert diesen Zusammenhang noch ohne Terrain, Sensorik, Wind oder Guidance.
Dichte ρ nimmt mit der Höhe ab. Für identisches Tempo sinkt damit der dynamische Druck.
Im stationären Horizontalflug muss Auftrieb das Gewicht tragen. Sinkt q, muss dafür CL steigen.
Der Widerstand enthält einen mit q wachsenden Nullauftriebsanteil und einen über CL zunehmenden induzierten Anteil.
K01 → K02
K01 ließ ein konstantes Tempo als freie Modellannahme zu. K02 zeigt, was diese Annahme im atmosphärischen Dauerflug impliziert: Der Schub muss den Widerstand kompensieren und der Auftrieb das Gewicht. Erst spätere Kapitel koppeln diese Physik wieder an Geometrie und Beobachtung.
Interactive lab
Das Lab berechnet eine vereinfachte ISA-Atmosphäre und löst für stationären Horizontalflug den erforderlichen CL, Widerstand und Leistungsbedarf. Die Kurve zeigt den notwendigen Schub über 0–12 km bei unveränderten übrigen Parametern.
Interpretation
Bei geringer Dichte sinkt der dynamische Druck. Um das gleiche Gewicht zu tragen, muss der erforderliche Auftriebsbeiwert steigen; dadurch verschiebt sich der Anteil des induzierten Widerstands.
Systemische Konsequenz
ρ(h) koppelt Höhe unmittelbar an alle aerodynamischen Kräfte. Derselbe geometrische Zustand hat deshalb in unterschiedlicher Höhe nicht dieselbe Dynamik.
Für stationäres Tempo muss als aerodynamische Vortriebsleistung P = D·V an das Fahrzeug abgegeben werden. Die erforderliche Triebwerks-Eingangsleistung wäre wegen nicht modellierter Wirkungsgrade höher. „Konstantes V“ ist damit keine kostenlose Annahme mehr.
Die physikalische Fluglage bestimmt noch nicht, ob ein Objekt beobachtbar ist. K03 fügt als nächste Schicht die reine Sichtgeometrie des Radarhorizonts hinzu.