Beobachtbarkeit über die Zeit

Track Loss &
Reacquisition

K03 und K04 beschrieben, wann direkte Sicht geometrisch möglich ist. K05 fügt die Zeitdimension hinzu: Fällt die Beobachtbarkeit vorübergehend aus, verschwindet ein Track nicht zwingend sofort. Umgekehrt bedeutet zurückgekehrte Sicht nicht automatisch, dass ein stabiler Track bereits wieder aufgebaut ist.

abstrakte BeobachtbarkeitC(t) ∈ [0,1]Zeitkonstantenmodellfeste Lehrschwellekeine Sensorspezifikation
Zeitdiagramm mit sichtbarem Abschnitt, Beobachtungslücke, fallender Track-Confidence und Wiedererfassung nach Rückkehr der Sicht.

Lernziel

Sichtbarkeit, Messung und Track-Zustand sind verschiedene Ebenen.

Ein geometrisches Sichtfenster ist nur die Voraussetzung für neue Information. Der interne Track-Zustand besitzt Gedächtnis: Ohne neue Messung nimmt seine Sicherheit graduell ab; nach Rückkehr der Beobachtbarkeit muss sie wieder aufgebaut werden.

01

Beobachtbar

V(t) ∈ {0,1}

Die binäre Lehrvariable sagt nur, ob in diesem Zeitpunkt grundsätzlich eine Beobachtung möglich ist.

02

Confidence

dC/dt = (1−C)/τ_acq  oder  −C/τ_loss

Bei Sicht steigt die abstrakte Track-Confidence gegen 1, ohne Sicht fällt sie gegen 0.

03

Zustandswechsel

Track ⇔ C ≥ C_thr

Track Loss und Reacquisition entstehen erst beim Überqueren einer fest gesetzten Lehrschwelle.

K04 → K05

Von räumlicher Clearance zu zeitlicher Informationskontinuität.

K04LOS(t)K05V(t) → C(t)

K04 liefert prinzipiell eine zeitabhängige Ja/Nein-Bedingung, wenn sich die Geometrie verändert. K05 abstrahiert diese Bedingung zu einem Beobachtungsfenster und untersucht nur, wie ein Track-Zustand darauf reagiert.

Interactive lab

Ein Beobachtungsloch ist nicht dasselbe wie sofortiger Track-Verlust

Lege Beginn und Dauer einer abstrakten Beobachtungslücke fest. Das obere Diagramm zeigt ausschließlich die Sicht-/Messmöglichkeit; das untere die daraus resultierende Confidence. Die Zeitkonstanten sind dimensionsbehaftete Lehrparameter und repräsentieren keinen konkreten Sensor.

Track continuitybinary observability + abstract confidence state
Observability1 = Messung möglich, 0 = Beobachtungslücke
Track confidenceLehrschwelle C_thr = 0,45
ConfidenceTrack-SchwelleLossReacquisition
First acquisitionerstes Überschreiten der Schwelle
Track losserstes Unterschreiten nach Acquisition
Reacquisitionerneutes Überschreiten
Blind intervalDauer ohne Beobachtung
Minimum confidencewährend der Lücke
Final stateam Simulationsende

Interpretation

Beobachtbarkeit und Track-Zustand sind nicht identisch.

Das Zeitkonstantenmodell macht sichtbar, dass Informationsverlust und Zustandsverlust zeitlich auseinanderfallen können.

Systemische Konsequenz

K05 koppelt Geometrie erstmals an Informationsgedächtnis.

Hysterese in der Zeit

Ein Track kann eine kurze Beobachtungslücke überstehen. Nach einem tatsächlichen Verlust benötigt er nach Rückkehr der Beobachtbarkeit wiederum Zeit zum Wiederaufbau.

Geometrie ≠ Information

LOS ist eine notwendige Eingangsbedingung, aber kein vollständiger Track-Zustand. Damit wird die Kette aus Physik, Sichtbarkeit und Schätzung explizit getrennt.

Nächste Schicht

K06 kann auf dieser Trennung aufbauen und mehrere abstrakte Routen als alternative Zustandsentwicklungen gegenüberstellen, ohne den Track-Zustand mit der Bahngeometrie zu vermischen.

GeometrieBeobachtbarkeit V(t)Track-Confidence C(t)Loss / Reacquisition